Spirituelle Verbindung

Half a Life – The Story of my second Family, diesen Titel würde er seinem Job bei virtual7 geben. Sein ganzes berufliches Leben hat er bei virtual7 verbracht und in den mittlerweile fast 18 Jahren sind viele Kollegen zu einer zweiten Familie für ihn geworden. Marek Hubatka ist in seiner ganzen Zeit bei virtual7 an seinen Aufgaben gewachsen, hat unvergessliche Momente erlebt und spannende Veränderungen bei virtual7 durchgemacht. Er selbst sagt er hat eine spirituelle Verbindung zu Computern und Technologien entwickelt, die es ihm ermöglicht, die richtigen Lösungen für so ziemlich jedes Problem zu finden.

Was hat sich in den ganzen Jahren bei virtual7 getan und wie hat sich das Unternehmen weiterentwickelt? Hier bekommst Du alle Informationen aus erster Hand. Ob Marek in der ganzen Zeit schon einmal daran gedacht hat, virtual7 zu verlassen? Und was ihn neben seiner spirituellen Verbindung zur Technologie und Computern bei virtual7 hält, erfährst Du in seiner What’s your Story?!

WIE LANGE BIST DU BEI VIRTUAL7? SCHONMAL DRÜBER NACHGEDACHT VIRTUAL7 ZU VERLASSEN UND WAS NEUES AUSZUPROBIEREN?

Ich habe im September 2003 bei virtual7 angefangen. Nach so langer Zeit habe ich natürlich mal darüber nachgedacht, ob es nicht an der Zeit wäre, was anderes zu sehen und woanders zu arbeiten. Was mich letztendlich so lange gehalten hat, ist dass ich in den 17 Jahren nicht immer das Gleiche gemacht habe. Wie man selbst entwickelt sich auch virtual7 immer weiter. Es gibt nie einen Stillstand und die Weiterentwicklung ist auch in der alltäglichen Arbeit zu spüren. Deshalb hatte ich nie den Drang, irgendwo anders hinzugehen.

WIE SAH DIESE ENTWICKLUNG FÜR DICH PERSÖNLICH AUS?

Ich habe mit einer Ausbildung als Fachinformatiker in der Anwendungsentwicklung bei virtual7 angefangen. Das Forschungszentrum Karlsruhe (heute KIT-Campus Nord) war damals ein Partnerunternehmen der virtual7 GmbH. Ich war also beim Forschungszentrum angestellt, habe aber bei virtual7 gelernt. Recht früh habe ich angefangen auch andere Themen zu begleiten und bin dadurch immer mehr in die administrative Richtung gegangen. Nach einiger Zeit habe ich dann die Administration unserer internen Systeme komplett übernommen. Nach meiner Ausbildung bin ich in der administrativen Richtung geblieben. Das bedeutet ich habe immer weniger programmiert und mich immer mehr darum gekümmert, dass unsere Server und die der Kunden richtig funktionieren. Das Besondere an dieser Entwicklung war, dass virtual7 keinen Infrastruktur-Spezialisten gesucht hat, es hat sich herauskristallisiert, dass ich das gerne mache und meine Stärken darin liegen. Vor 3 Jahren habe ich das Angebot bekommen, das Team Infrastructure and Operations, wie es damals hieß, zu leiten. Nach kurzer Bedenkzeit habe ich dieses Angebot gerne angenommen und weiter neue Aufgaben übernommen. Mit der responsiven Unternehmensorganisation hat sich dann nochmal einiges verändert. Die Verantwortlichkeiten der leitenden Position haben sich in verschiedenen Rollen wiedergefunden. Einen Teil dieser Rollen und Verantwortlichkeiten wurden von anderen Teammitgliedern übernommen. Einen anderen Teil habe ich weiterhin behalten.

WIE SAH DIE ENTWICKLUNG FÜR VIRTUAL7 AUS?

Ich habe in den letzten 18 Jahren miterlebt, wie virtual7 gewachsen ist. Von Anfang nicht mal 10 Mitarbeitern sind wir zu aktuell über 120 Mitarbeitern geworden, an 5 Niederlassungen und in 3 Ländern. Das verbindet und bindet mich ein Stück weit an virtual7. Schließlich war auch ich ein Teil dieser Entwicklung und habe durch meine Arbeit die Möglichkeit gehabt, diese Entwicklung mitzugestalten. Vor ungefähr zwei Jahren haben wir angefangen, unsere Unternehmensstruktur zu hinterfragen. Das sollte jedes Unternehmen machen, wenn es eine bestimmte Größe erreicht hat. Da wir bei virtual7 nie stehen bleiben, haben wir begonnen zu überlegen, ob es einen alternativen Weg für unser Unternehmen gibt und wie wir die Unternehmensorganisation so gestalten können, dass sie effizienter wird und auf die momentane Situation auf dem Markt bestmöglich und schnell reagieren kann.

Wir bleiben als Unternehmen nie stehen, es gibt immer etwas, das angepasst und verbessert werden kann. Genau da befinden wir uns gerade mitten im Kapitel von etwas ganz Neuem.

WAS KANNST DU BESONDERS GUT?

Mein logisches Denken hilft mir beim Programmieren und der Arbeit mit Computern im Allgemeinen. Ich sage es immer wieder, ich habe einfach eine Art spirituelle Verbindung zu Computern und allem Technischen. Ich finde Fehler, wo andere verzweifeln würden – oder bereits verzweifelt sind. Ein Grund dafür ist die Erfahrung, die ich über die letzten Jahre gesammelt habe. Es ist aber auch irgendwie Intuition.

WAS IST DIR BEI DER ARBEIT WICHTIG?

Bei der Arbeit ist mir besonders wichtig, dass ich eigenständig arbeiten kann. Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwo zu arbeiten, wo mir immer irgendjemand über die Schulter schaut und mir sagt, wie ich was zu tun habe. Da ich mein gesamtes berufliches Leben bei virtual7 verbracht habe, habe ich keine wirklichen Vergleichsmöglichkeiten. Jedoch bekommt man immer wieder mit, wie es in anderen Unternehmen abläuft. Meiner Meinung nach sind die Mitarbeiter diejenigen, die die meiste Ahnung von operativen Vorgängen habe. Sie haben schließlich die meisten Berührungspunkte in ihrer täglichen Arbeit damit. Ich möchte niemanden haben, der sich in diese Vorgänge einmischt und mir seine Arbeitsweise vordiktiert. Deshalb sind mir die gewissen Freiheiten, die ich bei virtual7 habe, wichtig. Wenn doch mal was nicht richtig funktioniert, schätze ich den offenen Umgang miteinander, sowohl unter Kollegen als auch mit den Managing Directors.

"Das ist der einzige Job, den ich kenne und der mich immer noch erfüllt. Nach 18 Jahren macht er mir immer noch Spaß. Ich glaube, das ist schon recht einzigartig."

FÜR WAS KANNST DU DICH SO BEGEISTERN, DASS DU ALLES UM DICH HERUM VERGISST?

Was ich total spannend finde, ist vor einem herausfordernden Problem zu stehen. Sei es irgendein Fehler bei einem Server oder irgendetwas anderes, das nicht funktioniert. Dann sitze ich teilweise tagelang daran, die Lösung zu dem Problem zu finden. Ich kann mich in die kleinsten Details reinfuchsen. Ich schaue mir Quellcodes von der zugrunde liegenden Server Software an und versuche sie nachzuvollziehen. Ich schaue in die einzelnen Netzwerkpakete, um zu verstehen, was im Hintergrund passiert. Dabei versuche ich möglichst viel über den gesamten Ablauf in Erfahrung zu bringen, um ableiten zu können, wo der Fehler herkommt. Es ist eine Herausforderung und gleichzeitig sehr interessant tief in das Problem einzusteigen. Das sind die Momente, in denen man am meisten lernen kann. Neuen Kollegen im Infrastrukturbereich sage ich das immer wieder. Es ist schön, wenn man einen Server aufsetzen kann und alles super funktioniert. Wenn man was lernen will, ist ein kniffliges Problem das Beste, was einem passieren kann. Erst dann geht man wirklich tief in die Materie und versteht, wie Dinge zusammenhängen und wo man Stellschrauben verändern kann, um zur Lösung zu kommen.

Das sind Dinge, die mich wirklich fesseln können und wo meine spirituelle Verbindung und mein logisches Denken zum Tragen kommen. Ich habe echt schon viele exotische Fehler selbst gelöst, weil einfach noch niemand dieses Problem hatte und mir helfen konnte, nicht mal das Internet.

WAS SIND DEINE WICHTIGSTEN ROLLEN? WAS SIND DEINE AUFGABEN BEI VIRTUAL7?

Es ist schwierig zu sagen, dass bestimmte Rollen wichtiger sind als andere. Es gibt Fundamental Roles, die ein Cluster braucht, um zu funktionieren, deshalb sind die anderen Rollen aber nicht weniger wichtig. Ich mag alle meine Rollen, auch wenn es nicht gerade wenige sind. Das kommt daher, dass einige Aufgabenbereiche meiner Headtätigkeit in Rollen umgewandelt wurden, die ich auch weiterhin mitbetreue. Wie viel Aufwand oder Zeit ich in die einzelnen Rollen stecke, schwankt immer ein bisschen. Über das gesamte Jahr verteilt habe ich immer Abwechslung. Das hängt dann jeweils mit dem Zeitraum zusammen, in dem wir uns befinden. Erst kürzlich hatten wir die internen Jahresgespräche, die in der Rolle Team Development ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen. Dafür muss ich viele Informationen zusammen sammeln. Zum Beispiel spielt die Rolle Budget Management dabei mit rein, weil man Gehaltswünsche dem zur Verfügung stehenden Budget gegenüberstellen muss. Sobald der Strategy Discourse ansteht, verbringe ich mehr Zeit in der Rolle Strategy Development. Und dann gibt es noch zweimal jährlich Budgetplanung. Wenn das alles mal vorbei ist, dann kann ich mich auch den operativen Rollen zuwenden.

WIE GEFÄLLT DIR DER WECHSEL ZUR RESPONSIVEN UNTERNEHMENSORGANISATION? HÄTTEST DU MANCHMAL LIEBER MEHR „VORSCHRIFTEN“?

Schon vor der Einführung der responsiven Unternehmensorganisation habe ich keine Vorschriften in diesem Sinne miterlebt. Das ist auch das, was ich an der Arbeit bei virtual7 wirklich schätze. Wir hatten schon immer sehr flache Hierarchien. Es hat lange gedauert, bis wir an den Punkt gekommen sind und die Notwendigkeit gesehen haben, überhaupt eine zweite Ebene in die Unternehmensorganisation einzuziehen. Irgendwann sind es dann so viele Mitarbeiter geworden, dass auch unsere Managing Directors nicht mehr alles selbst koordinieren konnten. Deshalb haben wir die Heads eingeführt. Aber auch für die Heads wurden die ganzen Aufgaben irgendwann zu viel und deshalb haben wir uns als Unternehmen gemeinsam dazu entschieden, den Schritt in Richtung responsive Unternehmensorganisation zu gehen und die Verantwortlichkeiten in Rollen aufzuteilen, anstatt in einer Position zu bündeln. In Zukunft wird das auch personelle Veränderungen im Team vereinfachen, wenn nur einzelne Rollen neu besetzt werden müssen und nicht die eine Position, die alle Verantwortungen trägt. Außerdem bin ich ein großer Fan und Verfechter von gelebter Transparenz. Früher war es auch nicht so, dass es bei uns Geheimniskrämerei um Themen gab, aber es war nicht so offen, wie es jetzt ist.

Jeder kann, wenn er möchte, auf alle Informationen zugreifen. Viele der Informationen werden aktiv durch Mitarbeiter, Rolleninhaber und die Geschäftsführung geteilt. Das geht über die Strategien der einzelnen Cluster bis hin zu Meeting Notes und allen Informationen dazu, was in den einzelnen Clustern gerade ansteht. So kann man besser nachvollziehen, wieso bestimmte Maßnahmen oder Entscheidungen getroffen werden.